Prostatakrebs

Prostatakrebs

Bei Männern ist der Prostatakrebs (Prostata = Vorsteherdrüse) gegenwärtig die am häufigsten diagnostizierte bösartige Tumorart, ca. 40 Prozent aller Männer im Alter zwischen 60 und 70 Jahren haben unwissentlich Tumore in ihrem Körper. Der Prostatakrebs ist nach dem Lungenkrebs die am zweit häufigsten vorkommende krebsbedingte Todesursache – damit hat er als häufigste Krebserkrankung eine Sonderposition unter den bösartigen Tumorerkrankungen. De facto nehmen nur wenige der Männer die Möglichkeit der Früherkennung wahr, obwohl die ärztliche Vorsorgeuntersuchung des Prostatakarzinoms für Männer ab 45 Jahren gesetzlich vorgeschrieben ist. Der Sinn bzw. das Ziel dahinter ist, den Prostatakrebs frühst möglich und noch vor eventuell auftretenden Symptomen zu erkennen, denn nur bei organbegrenzten Tumoren besteht die Möglichkeit einer Heilung. Denn die Schwierigkeit bei Prostatakarzinomen besteht darin, dass sie nur sehr langsam wachsen und um sie zu behandeln muss das Karzinom nach dem unauffälligen und vor dem nicht mehr erfolgreich behandelbaren Stadium erkannt werden.

Sollten sich bei einer Untersuchung Auffälligkeiten ergeben und der Verdacht auf ein Prostatakarzinom bestehen, so wird anhand der Feinnadelbiopsie eine Gewebeprobe entnommen, um Gewissheit zu bekommen.

Wenn Prostatakrebs diagnostiziert wird, gibt es mehrere Möglichkeiten, ihn zu behandeln. Die Therapiemöglichkeiten richten sich dabei dann nach der Art und dem Stadium des Tumors sowie den individuellen Bedürfnissen der erkrankten Person. In den früheren Stadien steht die so genannte permanente Seed-Transplantation oder eine operative Entfernung des Tumors sowie die anschließende Bestrahlung der vormals betroffenen Stelle zur Verfügung.

Bei der Seed-Transplantation werden zwischen 25 und 80 radioaktiv geladene Metallstifte (im englischen „Seeds“) in die Prostata eingebracht, diese sind nur wenige Millimeter groß. Die Anzahl der Stifte richtet sich nach der Größe der Prostata. Diese Metallstifte geben dann kontinuierlich Strahlung ab, bis ihre Radioaktivität erschöpft ist. Diese Strahlung reicht nur wenige Millimeter weit in das Gewebe, meist handelt es sich dabei um Iod oder Palladium. Da die Strahlungskraft der Seeds nach einer bestimmten Zeit nachlässt, müssen sie regelmäßig erneuert werden. Die Implantation der Metallstifte wird gemeinsam vom Urologen und Strahlentherapeuten durchgeführt, dies kann ambulant oder auch stationär geschehen.

Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung hat der Tumor bei einem Drittel der Fälle bereits in andere Organe gestreut, was man Metastasierung nennt. Der Prostatakrebs ist dann zwar nicht mehr heilbar, aber dennoch behandelbar, durch Strahlen- Chemo- oder Hormontherapien kann man die weitere Ausbreitung des Krebses verzögern. Wenn der Prostatakrebs diagnostiziert wird, noch keine Metastasen vorliegen und der Tumor auf die Prostata beschränkt ist, bestehen gute Chancen auf Heilung.