Familienplanung

Männer und die Familienplanung

Ausschlaggebend bei der Familienplanung der Männer ist das Alter – demnach sind ca. 60 Prozent der 25- bis 34-Jährigen kinderlos, bei den 35- bis 44-Jährigen sind es nur noch 26 Prozent und in der Gruppe der über 44-Jährigen sogar nur noch 18 Prozent. Bei den jüngeren Männern sind die Voraussetzungen für eine Familiengründung normaler Weise noch nicht gegeben und nur 31 Prozent dieser Altersgruppe sind verheiratet und haben Kinder mit ihren Partnerinnen, bei den Männern, die über 34 Jahre alt sind beträgt dieser Anteil mit 63 Prozent mehr als das Doppelte.

Bei ca. 75 Prozent der Befragten, die unter 25 Jahren zum ersten Mal in den Genuss der Vaterschaft kamen, war das Kind nicht gewollt und/ oder es kam „zu früh“. Hingegen wollten 75 Prozent der Männer, die zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes über 25 Jahre alt waren, das Kind auch.

Bei hoch qualifizierten Männern kann man die Tendenz feststellen, dass sie erst relativ spät Vater werden. Bis zum Alter von 35 Jahren sind diese Männer eher selten verheiratet und haben seltener Kinder als die niedriger Qualifizierten. Allerdings beginnt nach Ausbildungsabschluss und beruflicher Etablierung die Aufholjagd, denn im Vergleich zu den niedriger Qualifizierten sind die 35- bis 54-jährigen Akademiker oftmals häufiger verheiratet, leben seltener als Single und sind auch seltener kinderlos. Um so höher das Einkommen ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann verheiratet ist und Kinder hat, in der höchsten Einkommensgruppe (2.500 Euro und mehr) gibt es nur einen kleinen Anteil von Männern die kinderlos sind. Im Gegensatz dazu leben fast 40 Prozent der Befragten, die ein Gehalt von 1.000 Euro haben, ohne feste Partnerschaft und Kinder.

Familienväter sind beruflich meist stark engagiert, 88 Prozent von ihnen arbeiten Vollzeit und ein Drittel sogar mehr als 45 Stunden in der Woche. Im westlichen Teil Deutschlands sind die Familienväter meist die Hauptverdiener, was für die Frauen bedeutet, dass die in erster Linie für den Haushalt und die Kinder sorgen müssen. In Leipzig und Umgebung sind hingegen nur etwa die Hälfte aller Familienväter gleichzeitig auch die Hauptverdiener, die Frau verdient dort ein höheres oder gleich hohes Haushaltsnettoeinkommen wie der Mann.

Im Leben eines Mannes gibt es ein „Zeitfenster“ für eine Vaterschaft, die Begrenzung liegt bei einem „zu jung“ und einem „zu alt“, denn nur etwa 10 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ein Mann zeitlich unbegrenzt Vater werden sollte. Die mittlere Altersgrenze für eine Vaterschaften liegt demnach bei 50,5 Jahren – allerdings ist für diejenigen, die erst später das erste Kind bekommen haben und diejenigen, die sich die Möglichkeit einer Vaterschaft noch offen halten möchten, die Altersgrenze höher.

Männer scheinen den Sprung zur Vaterschaft erst später zu wagen und zu vollziehen als Frauen, denn in allen Altersgruppen sind Männer zu einem höheren Anteil kinderlos als die entsprechenden Frauen.