Allgemeines

Unerlässlich für die Untersuchung der Fruchtbarkeit eines Mannes ist ein Spermiogramm.

Bei einem Spermiogramm wird anhand von mikroskopischen Analysen des Ejakulats die Zeugungsfähigkeit des Mannes festgestellt. Darunter versteht man im engeren Sinn die Zusammenfassung der bei der Spermauntersuchung erhobenen Befunde. Das Spermiogramm ist das wichtigste Untersuchungsverfahren um die männliche Fertilität (Fruchtbarkeit) zu beurteilen. Damit die Befunde eine ausreichende Aussagekraft haben, muss der Mann fünf Tage enthaltsam sein, danach wird das Sperma dann mittels Masturbation gewonnen. Eine längere Phase der Enthaltsamkeit ist wenig sinnvoll, denn sie verbessert das Resultat nur unwesentlich.

Das Sperma besteht überwiegend aus dem Sekret der Prostata und der Bläschendrüsen, nur ein geringer Teil kommt aus den Hoden selber. Folgende Kriterien müssen bei Untersuchung eingehalten werden, um zu einem zuverlässigen Ergebnis über die Qualität des Spermiogramms zu kommen:

  • Spermiogramm nach 5 Tagen Enthaltsamkeit
    Nach einer Zeit der längeren sexuellen Enthaltsamkeit ist sowohl das Volumen der Samenflüssigkeit als auch die Anzahl der Spermien erhöht. Dies ist jedoch nach 5 Tagen nicht mehr wesentlich steigerungsfähig. Die Untersuchungen zur Feststellung der Spermaqualität (Spermiogramm) führt man deshalb nach 5 Tagen sexueller Enthaltsamkeit (Karenz) durch.
  • Spermiogramm wiederholen
    Man sollte in der Regel mindestens zwei Ejakulatuntersuchungen im Abstand von 4 bis 12 Wochen durchführen, da sich die Qualität des Spermas wegen der langen Entwicklungszeit der Samenzellen von bis zu 90 Tagen verändern kann.

Im Labor sollte dann aus dem Ejakulat möglichst schnell ein Spermiogramm erstellt werden – dabei findet dann eine Überprüfung der Farbe, des Geruchs, des Volumens und des pH-Werts des Spermas sowie seines Zuckergehalts (Fruktoseindex) und seiner Zähflüssigkeit (Viskosität) statt und danach wird die Beweglichkeit, Anzahl und Form der Spermien beurteilt. Mindestens 40 Millionen Spermien sollten sich in einem normalen Volumen von 2-6 ml befinden, pro Milliliter ca. 20 Millionen Spermien. Davon sollten mindestens 65 Prozent eine normale Form haben und sich mehr als 65 Prozent bewegen, davon mindestens 25 Prozent deutlich. Sollten diese Werte alle oder teilweise krankhaft verändert sein ist dies meist ein Anzeichen für eine Verminderung der Zeugungsfähigkeit oder gar eine gänzliche Zeugungsunfähigkeit.

In den Fällen, in denen das Ergebnis nicht normal ausfällt, sollte mindestens eine zweite Untersuchung durchgeführt werden, denn die Werte sind von Probe zu Probe starken Schwankungen unterworfen. Wenn das Ergebnis auch dann nicht großartig anders ausfällt, müssen weitere Untersuchungen folgen. Anhand des Ultraschalls von Hoden und Prostata lassen sich Gewebeveränderungen, beispielsweise verursacht durch einen Tumor, aufdecken. Des weiteren werden Hormonuntersuchungen durchgeführt. Eine Entnahme von Gewebeproben unter örtlicher Betäubung erfolgt nur dann, wenn im Spermiogramm extrem wenige Spermien nachgewiesen wurden – so lässt sich feststellen, ob überhaupt Samenzellen produziert werden. Anhand einer Blutprobe lassen sich eventuelle genetische Abweichungen aufdecken. Dazu rät man besonders bei künstlichen Befruchtungen – bei beiden Partnern.

In den meisten Fällen kann die Ursache gefunden werden und die Kinderlosigkeit kann aufgrund dessen gezielt behandelt werden. Die Möglichkeiten reichen dabei von einer Hormonbehandlung der Frau oder des Mannes (bei einem schlechten Spermiogramm) bis hin zu einer künstlichen Befruchtung. Letzteres hat leider eine relativ niedrige Erfolgsquote und ist nicht unkompliziert. Wenn man alle Maßnahmen zusammen nimmt gehen Fachleute davon aus, dass sich bei ca. 60 bis 70 Prozent der unfruchtbaren Paare mit Hilfe der ärztlichen Unterstützung und einer gezielten Behandlung der Kinderwunsch dann doch noch erfüllt. Dies dauert durchschnittlich etwa ein Jahr lang und erfordert viel Geduld und ein gutes Durchhaltevermögen.